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Herzlich willkommen beim Netzwerk für Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern, einer Initiative der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft, des Gesundheitsamtes der Stadt Duisburg und des Vereins zur Förderung von Aktivitäten im psychiatrischen und psychosozialen Bereich e.V.

Mit unseren Informationen und Angeboten richten wir uns an betroffene Eltern, Kinder und Jugendliche sowie an Fachleute.

Wir möchten rund um das Problemfeld informieren und aufzeigen, welche Hilfsangebote es in Duisburg gibt und wie bei Bedarf ein Kontakt hergestellt werden kann.

Das Netzwerk möchte einen Beitrag zur besseren Orientierung über das Thema psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen von Eltern und über die Auswirkungen auf deren Kinder leisten. Im Hinblick auf die Umsetzung konkreter Hilfsangebote unterstützt der Verein zur Förderung von Aktivitäten im psychiatrischen und psychosozialen Bereich e.V.

Unser aktueller Flyer zum Netzwerk.
Zum Download klicken Sie bitte auf das Bild!

Ausgangslage

Mit einer psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung der Eltern

steigt auch das Risiko betroffener Kinder, zu erkranken. Das Aufwachsen mit einem psychisch erkrankten oder suchtkranken Elternteil stellt für die Kinder eine hohe Belastung dar, die mit einer immensen Zunahme an alltäglichen Anforderungen, Konflikten und Spannungen sowohl innerhalb der Familie als auch im sozialen Umfeld verbunden ist.

Dies macht sie zu einer Gruppe, die in besonderem Maße gefährdet ist, eine eigene Suchterkrankung oder psychische Erkrankung und Verhaltensauffälligkeit zu entwickeln. Forschungen hierzu belegen, dass das Risiko des Kindes bei einem erkrankten Elternteil bei 10-15 % liegt, bei einer Erkrankung beider Elternteile wird ein Risiko für das Kind von
30-50 % angenommen.

Kinder aus chronisch belasteten Familien

sind besonderen emotionalen Belastungen ausgesetzt. Sie werden über längere Zeiträume mit elterlichen Verhaltensweisen konfrontiert, die sie weder verstehen, noch verarbeiten können. Sie schämen sich, haben Angst oder müssen früh schon zu viel Verantwortung tragen. Das führt meist zu eigenen Problemen im sozialen, schulischen und emotionalen Bereich. Die Kinder fühlen sich einsam und allein, ohnmächtig und ausgegrenzt. Wut und Traurigkeit sind oft die Folge. Da die Erkrankung häufig tabuisiert wird, bleibt den Kindern der Zugang zu notwendiger Unterstützung oft verwehrt.

Schamgefühl und Angst

..aber auch fehlende Informationen über vorhandene Unterstützungsangebote verhindern nicht selten eine aktive Hilfesuche. Psychisch kranke oder suchtkranke Eltern verhalten sich gegenüber Hilfsangeboten und professionellen Einrichtungen oftmals sehr zurückhaltend. Aufklärung und Beratung sind somit von entscheidender Bedeutung, um zur Entlastung der Familien beizutragen.

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Duisburg (PSAG)

des Gesundheitsamtes der Stadt Duisburg und der Verein zur Förderung von Aktivitäten im psychiatrischen und psychosozialen Bereich e.V. hat seit 2005 ein umfangreiches Netzwerk an präventiven und intervenierenden Hilfen aufgebaut. 

Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, Impulse für präventive Hilfe und systemübergreifende Vernetzungen zu geben und zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Hilfesystemen, insbesondere der Suchtkrankenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der Erwachsenenpsychiatrie und anderen medizinischen und sozialen Diensten anzuregen.

Sie alle arbeiten in vier sozialraumorientierten Netzwerken zusammen, die für verschiedene Stadtteile in Duisburg zuständig sind.

Gruppenangebote für Kinder

Gruppenangebote für Kinder aus chronisch belasteten Familien

Psychische  oder Suchterkrankungen eines Elternteils stellen in Familien einen Stressfaktor dar, welcher die Lebenssituation aller Familienmitglieder grundlegend verändert und die emotionale Stabilität bedroht.
Häufig gerät das ganze Familienleben durcheinander.

Es kommt zu Rollenumverteilungen, Überforderungen, Unsicherheiten, Ängsten und Schuldgefühlen, von denen insbesondere auch die Kinder betroffen sind. 80% dieser Kinder reagieren mit Verhaltensauffälligkeiten wie: Aggressivität, Schulschwierigkeiten, Schlafstörungen, Einnässen und Konzentrationsproblemen.

In den meisten Fällen erhalten die Kinder aber erst dann eine Hilfe und Unterstützung von außen, wenn die Symptome so gravierend sind, dass sie den Verbleib in der Familie gefährden.

Hier setzen die Gruppenangebote für die betroffenen Kinder an, die vom Verein zur Förderung von Aktivitäten im psychiatrischen und psychosozialen Bereich e.V. und der Novitas BKK unterstützt werden.

Zu den zentralen Zielen dieser präventiven Arbeit gehören:

  • Stärkung der Kinder in der Wahrnehmung der Gefühle, Ängste und altersentsprechenden Bedürfnisse
  • Ermutigung, die eigenen Gefühle auszudrücken
  • Stärkung einer realistischen Wahrnehmung
  • kindgerechte Aufklärung über die Bedeutung und Folgen der psychischen Erkrankung des Elternteils
  • Entlastung von Schuldgefühlen
  • Förderung der Eigenständigkeit (altersentsprechend) unter anderem auch in der Freizeitgestaltung
  • Austausch über die Erfahrung der Kinder mit der elterlichen Erkrankung
  • Bearbeitung belastender Erlebnisse
  • Auseinandersetzung mit der familiären Rolle des Kindes und mit den kindlichen Möglichkeiten zu helfen
  • Erarbeitung eines Verhaltensplans für Krisenzeiten
  • Umgang mit eventuellen familiären Entwicklungen (z.B. Trennung der Eltern)

Neben den kunsttherapeutischen Gruppen des PSAG Netzwerks und des Vereins zur Förderung von Aktivitäten im psychiatrischen und psychosozialen Bereichs e.V. bieten weitere Träger Angebote für Kinder aus chronisch belasteten Familien an. Informationen und Beratung erhalten Sie bei:

Gruppen für Angehörige:

Angehörigengesprächsgruppe für Erwachsene
Fliedner Krankenhaus
Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
Thunesweg 58
40885 Ratingen
Treff: jeden ersten Mittwoch im Monat 18:00 bis 20:00 Uhr
Kontakt:
Frau Schmitz-Gabriel
Tel: 02102- 303 392
Email: barbara.schmitz-gabriel@krankenhaus.fliedner.de

Was können kunsttherapeutische Gruppen leisten?

Kunsttherapie ist im klinischen Bereich fester und anerkannter Bestandteil der Therapiepalette. Besonders geschätzt ist sie als Therapieform, die nicht primär über sprachliche Vermittlung wirkt. Deshalb ist sie auch gerade für Kinder besonders geeignet, die über Spiel und Kreativität gut erreichbar sind und in diesen Bereichen ihre eigenen gesunden Ressourcen mobilisieren können.

Das kunsttherapeutische Malen und Gestalten mit Kindern einzeln, kleinen Gruppen, aber auch mit Eltern und Kindern gemeinsam, ist eine niederschwellige therapeutische Methode, die auch diagnostisch eingesetzt werden kann.
Da die tiefenpsychologisch ausgerichtete Kunsttherapie vor allem ressourcenorientiert arbeitet, ist sie besonders dazu geeignet, Menschen in der Bewältigung von krisenhaften Situationen, Traumata und Belastungskrisen zu unterstützen.

Ziele in der Arbeit mit den Kindern:

  • Ermutigung der Kinder, eigene Gefühle zu erleben und auszudrücken
  • Schaffen von Vertrauen und Sicherheit
  • Entlastung der Kinder von ihrer „Elternfunktion“
  • Entlastung der Kinder von Schuld- und Schamgefühlen
  • Freizeitgestaltung und Erleben von Unbeschwertheit
  • Selbstvertrauen aufbauen und stärken
  • Eigenständigkeit fördern
  • Förderung der Fähigkeiten und Stärken der Kinder
  • Kontakt mit anderen Kindern
  • Stärkung einer realistischen Wahrnehmung
  • Bearbeitung belastender Erlebnisse
  • Umgang mit eventuellen familiären Entwicklungen (z.B. Trennung der Eltern)
  • Auseinandersetzung mit der familiären Rolle des Kindes und mit den kindlichen Möglichkeiten zu helfen
  • Kindgerechte Aufklärung und Beratung über krankheitsbedingte Einschränkungen und Verhaltensweisen der Eltern.
  • kindgerechte Aufklärung über die Bedeutung und Folgen der psychischen Erkrankung des Elternteils
  • Austausch über die Erfahrung der Kinder mit der elterlichen Erkrankung

Themen/ Methoden

  • Gefühlsstern
  • Körperbild
  • Kritzeln
  • Gestaltung der Inneren Welt
  • Freies Malen und Gestalten
  • Fantasiereisen und meditatives Malen
  • Arbeiten mit Märchen und Geschichten
  • Was mich stärkt
  • Was mir Angst macht
  • Ein sicherer Ort, ein Lieblingsort
  • Meine Schutzfarbe

Es wird mit Stiften, flüssigen, leuchtende Farben, großen Blättern und anderen Materialien, z.B. Ton oder Recyclingmaterial gearbeitet.

Die Kunsttherapie wird unterstützt von der Novitas BKK.

Aktuelle Angebote für Kinder & Jugendliche

Kunsttherapeutische Gruppe für Jugendliche von 13-18 Jahren

Wir bieten euch eine Gruppe an, in der ihr

  • über eure Probleme, Sorgen und Freuden sprechen könnt (aber nicht müsst!)
  • malen, zeichnen, mit Ton arbeiten, werkeln oder Stein behauen könnt
  • eigene Projekte realisieren und mit anderen Jugendlichen zusammen etwas machen könnt
  • oder einfach nur einmal die Woche entspannt etwas Schönes tun könnt

Viele Gefühle und Probleme lassen sich leichter mit Farbe aufs Papier bringen oder in Ton formen, als sie direkt auszusprechen. Darauf bauen die kreativen Therapien auf. Ihr könnt auch 1-2 mal teilnehmen und ausprobieren, ob euch die Gruppe zusagt.

Wann?
Jeden Dienstag von 17:00 bis 19:00 Uhr

Wo?
Sanaklinikum (Bertha-Klinik)
Maiblumenstraße 5
47229 Duisburg-Rheinhausen
In den Räumen der Ergotherapie in der Institutsambulanz 

Info und Anmeldung:
Frau Stehr
Telefon: (0177) 5 41 24 37
E-Mail: info@kunstlebendig.de


Kunsttherapeutische Gruppe für Kinder von 6-12 Jahren

Wann?
Jeden Montag von 17:00 bis 19:00 Uhr

Wo?
Sanaklinikum (Bertha-Klinik)
Maiblumenstraße 5
47229 Duisburg-Rheinhausen
In den Räumen der Ergotherapie in der Institutsambulanz 

Info und Anmeldung:
Frau Stehr
Telefon: (0177) 5 41 24 37
E-Mail: info@kunstlebendig.de


Selbstverteidigungkurs Wing Tsun für Kinder von 7-12 Jahren

Wann?
Auf Anfrage!!

Wo?
Training Kids Wing Tsun

Amtsgerichtsstraße 2A
47119 Duisburg

Anmeldung direkt bei dem Trainer und Pädagogen:

Heiko Brüning
Mobil: (0176) 63 74 82 53

Homepage: Sicherheit für Kinder
Email: hbruening@sicherheit-für-kinder.de

Literatur & Links

Literaturhinweise

zur Bipolaren Störung:
Sebastian Schlösser
„Lieber Matz, Dein Papa hat ’ne Meise“: Ein Vater schreibt Briefe über seine Zeit in der Psychiatrie.

zur Borderline-Erkrankung:
Christiane Tilly und Anja Offermann
„Mama, Mia und das Schleuderprogramm“: Kindern Borderline erklären.
Illustrationen von Anika Merten
Kids in BALANCE

Ein wichtiges Fachbuch, dass die klinische Forschung spiegelt:
Silke Wiegand-Grefe, Fritz Mattejat und Albert Lenz
„Kinder mit psychisch kranken Eltern“: Klinik und Forschung

Ausführliche Literaturhinweise enthalten die folgenden Internetseiten. Dort werden auch Bücher für Eltern, Kinder und Fachleute teilweise ausführlich besprochen.

„Netz und Boden“ – Initiative für Kinder psychisch kranker Eltern

Psychiatrienetz


Weitere Links:

Arbeitskreis Psychologische Psychotherapie und Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapie in Duisburg und Umgebung e.V. (PPDU)

Bundesarbeitsgemeinschaft „Kinder psychisch erkrankter Eltern“

Bundespsychotherapeutenkammer

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Kidkit – Hilfe für Kinder und Jugendliche

Kommunale Gesundheitskonferenz der Stadt Duisburg

„Netz und Boden“ – Initiative für Kinder psychisch kranker Eltern

Psychiatrienetz

Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Duisburg

Schatten und Licht e.V.

Versorgungswerk der Psychotherapeutenkammer NRW