Ausgangslage

Mit einer psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung der Eltern

steigt auch das Risiko betroffener Kinder, zu erkranken. Das Aufwachsen mit einem psychisch erkrankten oder suchtkranken Elternteil stellt für die Kinder eine hohe Belastung dar, die mit einer immensen Zunahme an alltäglichen Anforderungen, Konflikten und Spannungen sowohl innerhalb der Familie als auch im sozialen Umfeld verbunden ist.

Dies macht sie zu einer Gruppe, die in besonderem Maße gefährdet ist, eine eigene Suchterkrankung oder psychische Erkrankung und Verhaltensauffälligkeit zu entwickeln. Forschungen hierzu belegen, dass das Risiko des Kindes bei einem erkrankten Elternteil bei 10-15 % liegt, bei einer Erkrankung beider Elternteile wird ein Risiko für das Kind von
30-50 % angenommen.

Kinder aus chronisch belasteten Familien

sind besonderen emotionalen Belastungen ausgesetzt. Sie werden über längere Zeiträume mit elterlichen Verhaltensweisen konfrontiert, die sie weder verstehen, noch verarbeiten können. Sie schämen sich, haben Angst oder müssen früh schon zu viel Verantwortung tragen. Das führt meist zu eigenen Problemen im sozialen, schulischen und emotionalen Bereich. Die Kinder fühlen sich einsam und allein, ohnmächtig und ausgegrenzt. Wut und Traurigkeit sind oft die Folge. Da die Erkrankung häufig tabuisiert wird, bleibt den Kindern der Zugang zu notwendiger Unterstützung oft verwehrt.

Schamgefühl und Angst

..aber auch fehlende Informationen über vorhandene Unterstützungsangebote verhindern nicht selten eine aktive Hilfesuche. Psychisch kranke oder suchtkranke Eltern verhalten sich gegenüber Hilfsangeboten und professionellen Einrichtungen oftmals sehr zurückhaltend. Aufklärung und Beratung sind somit von entscheidender Bedeutung, um zur Entlastung der Familien beizutragen.

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Duisburg (PSAG)

des Gesundheitsamtes der Stadt Duisburg hat seit 2005 ein umfangreiches Netzwerk an präventiven und intervenierenden Hilfen aufgebaut. 

Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, Impulse für präventive Hilfe und systemübergreifende Vernetzungen zu geben und zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Hilfesystemen, insbesondere der Suchtkrankenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, der Erwachsenenpsychiatrie und anderen medizinischen und sozialen Diensten anzuregen.

Sie alle arbeiten in vier sozialraumorientierten Netzwerken zusammen, die für verschiedene Stadtteile in Duisburg zuständig sind.